Gefahrgutzug aus dem Landkreis Sonneberg probt Ernstfall in Lauscha

 

Samstagmorgen wurden gegen 8.30 Uhr zunächst die Freiwilligen Feuerwehren Lauscha und Ernsthal zu einem unklaren Austritt einer Substanz auf einem Betriebsgelände in Lauscha alarmiert. Vor Ort wurde ein Abrollcontainer mit einer Leckage auf dem Hof der Firma vorgefunden, aus dem eine unbekannte Flüssigkeit läuft.

Warntafel am Heck deutete auf eine gefährliche Substanz hin, was den Einsatzleiter dazu veranlasste, den Gefahrgutzug und den Sanitäts- und Betreuungszug des Kreises Sonneberg zu alarmieren. Dies war das angenommene Ausgangsszenario der diesjährigen Gefahrgutübung des Landkreises.

Der Abrollbehälter wurde von der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Bad Köstritz gestellt und am Morgen geliefert, er ist als mobile Übungsanlage für solche Schadenszenarien konzipiert. Das Übungskonzept wurde durch die Feuerwehr Lauscha und dem verantwortlichen Zugführer des Gefahrgutzuges Volker Harmuß ausgearbeitet. Auch das Technische Hilfswerk wurde alarmiert.

Wie Volker Harmuß erklärte, wolle man eine Zusammenarbeit mit dem THW bei einer entsprechenden Großschadenslage überprüfen. Das THW hatte die Aufgabe, die Einsatzstelle mit entsprechender Flutlicht-Technik auszuleuchten. Der Gefahrgutzug setzt sich aus mehreren Spezialfahrzeugen und entsprechend geschulten Personal zusammen. Die Fahrzeuge sind vor allem an Stützpunktwehren im Landkreis Sonneberg stationiert und werden bei Erfordernis als Einzelkomponente oder als kompletter Zug alarmiert.

Wie Harmuß weiter erklärte, solle zum einen der Wissensstand und die Zeit überprüft werden, bis der komplette Zug vor Ort und einsatzbereit ist. Auch wolle man sehen, wie die verschiedenen Einheiten zusammenarbeiten. Ein Gefahrguteinsatz ist in der Regel sehr zeitaufwendig und materialintensiv. Eine Gefahrenabwehr kann erst beginnen, wenn alle Komponente vor Ort sind und eine Dekontaminationsstrecke errichtet ist.

In diesem Übungsszenario wurde angenommen, dass aus der Leckage eine Ammoniaklösung in Wasser austritt. Als Hürde wurde eine falsch deklarierte Gefahrguttafel angebracht. Unter Chemikalienschutzanzügen macht sich zunächst ein Trupp mit Meßgeräten zu der weiträumig abgesperrten Einsatzstelle. Sie geben die Gefahrstoffnummer über Funk durch und sichern die Ladepapiere. Hier fiel auch die Unstimmigkeit zu der Kennzeichnung auf.

Zwei weitere Trupps versuchten im Nachgang mit entsprechenden Equipment die Leckage abzudichten und die auslaufende Flüssigkeit aufzufangen. Auf dem Rückweg müssen die Trupps durch die Dekontaminationsstrecke gehen. Im Umfeld der Gefahrenstelle werden unter Atemschutz Gullis mittels Dichtkissen versiegelt und Dämpfe durch Wassermonitore niedergeschlagen.

Bis in die Mittagsstunden dauerte die Großübung an. In einer ersten Auswertung mit den Führungskräften vor Ort zeigte man sich zufrieden mit dem erreichten Übungsziel. Auf einige Kleinigkeiten werde man bei der künftigen Ausbildung gezielt noch einmal eingehen.

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